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FAKTEN ZUR PHOTOVOLTAIK

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Solarenergie

 

Wenn wir eine weitere Erwärmung der Erde mit ihren dramatischen Folgen verhindern wollen, müssen wir unser Energiesystem bis spätestens 2050 vollständig auf erneuerbare Quellen umstellen. Die Photovoltaik ist eine der tragenden Säulen, ohne die diese Energiewende nicht gelingen kann. Davon ist in der öffentlichen Wahrnehmung derzeit nicht viel zu spüren. „Viel zu teuer!“ und „Das lohnt sich doch gar nicht mehr!“ ist vielfach (und fälschlicherweise) in der Presse zu lesen.

In diesen "Häufig gestellten Fragen" (engl. Frequently asked questions = FAQ) wollen wir mit Mythen und Missverständnissen gegenüber der Solarenergie aufräumen. Denn sie ist eine saubere und zudem ausgesprochen wirtschaftliche Form der Energieversorgung, und das für private wie auch für gewerbliche Nutzer.

 

 

 

Lohnt sich eine Photovoltaikanlage überhaupt noch?

JA, IN FAST ALLEN FÄLLEN ...

Dank der drastisch gesunkenen Preise für Photovoltaikanlagen produzieren selbst kleine Systeme für private Wohnhäuser mittlerweile Strom für 8 - 10 Cent pro Kilowattstunde.

Gegenüber der Lieferung von Strom durch einen Energieversorger, der netto etwa 25 Cent pro Kilowattstunde kostet, ergibt sich so eine Einsparung von ca. 16 Cent pro Kilowattstunde.

Je mehr selbst erzeugten Strom aus Ihrer Photovoltaikanlage Sie also vor Ort verbrauchen können, desto höher fällt Ihre Ersparnis aus. Im Gegensatz zum Strom aus dem Netz wird der Strom vom Dach übrigens auch nicht mit der Zeit teurer.

Typischerweise liegt der Eigenverbrauchsanteil bei 30 %, durch Speicherung des Stroms z. B. in Batterien oder durch die Kombination mit der Heizung (Wärmepumpe) können jedoch leicht 60 bis 70 % erreicht werden.

Zukünftig kann auch der Akku eines Elektroautos als Zwischenspeicher für den Strom dienen.

Nicht zu vergessen:

Mit einer Photovoltaikanlage schonen Sie die Umwelt mit CO2-frei erzeugter Energie und verdrängen Strom aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken!

Leistet die Photovoltaik einen relevanten Beitrag zur Stromversorgung?

JA ...

Quelle: UM Baden-Württemberg, Erneuerbare Energien in BW 2014, Erste Abschätzung, Stand April 2015, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Erneuerbare Energien 2014, März 2015

Ihr Beitrag wächst zudem beständig. In Baden-Württemberg lieferte die Solarenergie im Jahr 2017 bereits 7 % des verbrauchten Stroms. Ziel der Landesregierung ist es, diesen Anteil bis 2020 auf 10 % zu erhöhen.

Ähnliches gilt auch bundesweit: Mehr als 6,6 % des in Deutschland im Jahr 2017 verbrauchten Stroms stammen aus Photovoltaikanlagen.

 

 

 

 

Und wo bleibt der Klimaschutz?

Quelle: www.klimaktiv.de/co2rechner.html, Perez et al. 2009, A Fundamental Look at Energy Reserves for the Planet

Photovoltaikanlagen benötigen etwa zwei Jahre, um die zu ihrer Herstellung benötigte Energie zu erzeugen. Ab diesem Zeitpunkt tragen sie dann maßgeblich zur Vermeidung von Treibhausgasen bei. Im Jahr 2017 konnten durch die Photovoltaik bundesweit fast 24,5 Mio. Tonnen CO2 vermieden werden! Das entspricht dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von über 2 Millionen in Deutschland lebenden Personen.

Ein wirksamer Klimaschutz ist ohne Solarenergie nicht möglich, da die Sonne unsere bei weitem größte Energiequelle darstellt.

Macht Photovoltaik meinen Strom teurer?

JA, FRÜHER WAR DAS SO ...

Quelle: Prognos AG, BSW-Solar, Stand: 3/2017

Allerdings wird der Strompreis von vielen Faktoren beeinflusst. Die Förderung der erneuerbaren Energien wird mittels der EEG-Umlage auf die Stromverbraucher umgelegt.

Ausgenommen davon sind mittlerweile fast 3.000 energieintensive Unternehmen, die etwa ein Drittel des Stroms in Deutschland verbrauchen („besondere Ausgleichsregelung“). Würden sich diese an der Finanzierung der Energiewende beteiligen, könnten die Strompreise für Privathaushalte deutlich sinken.

Mittlerweile sind die Preise für Photovoltaikanlagen stark gesunken. Neue Solarkraftwerke wirken sich daher nur verschwindend gering auf die EEG-Umlage und Strompreise aus.

Solarstrom ist kein Preistreiber

 

Neu errichtete Photovoltaikanlagen produzieren in Deutschland heute bereits günstiger Strom als neue fossile Kraftwerke. Und dieser Trend wird sich bis 2035 deutlich verstärken, wie eine aktuelle Studie des Fraunhofer ISE zu den Gestehungskosten für Strom belegt.

Die Kosten für Photovoltaik sind mittlerweile soweit gesunken, dass weitere Solarkraftwerke nur noch einen verschwindend geringen Einfluss auf die Strompreise haben. Selbst aus Kostengesichtspunkten besteht also kein Grund, den Ausbau der Photovoltaik auszubremsen.

Aber nachts scheint die Sonne doch gar nicht!

STIMMT ...

Quelle: www.energy-charts.de/energy_de.html

Sonne und Wind sind fluktuierende Energiequellen, d.h. sie erzeugen nicht zu jedem Zeitpunkt gleich viel Strom. Allerdings lässt sich die Erzeugung recht genau vorhersagen und damit planen. Darüber hinaus ergänzen sich Sonne und Wind sehr gut. Während die Sonne nur tagsüber und häufiger im Sommer scheint, weht der Wind vorwiegend im Winter sowie in den Morgen- und Abendstunden.

 

Der verbleibende Regelbedarf kann unter anderem durch Pumpspeicher, Batterien (künftig auch aus Elektrofahrzeugen), Lastmanagement und flexible Gaskraftwerke sowie durch eine intelligente Steuerung des Stromnetzes („Smart Grid“) bereitgestellt werden. Schlechtregelbare Kern- und Braunkohlekraftwerke haben im zukünftigen Energiesystem keinen Platz.

Subventioniert der arme Mieter die Anlage des reichen Hausbesitzers?

NEIN ...

Die Kosten für die Umstellung unserer Stromversorgung auf erneuerbare Energien werden auf alle Stromverbraucher umgelegt. Ausnahmen bilden lediglich Unternehmen aus stromintensiven Branchen, die keine EEG-Umlage bezahlen müssen (besondere Ausgleichsregelung), obwohl sie von den gesunkenen Börsenstrompreisen besonders profitieren.

Zudem sind weniger als 15 % der gesamten Photovoltaikleistung in Deutschland auf Privathäusern installiert. Viele der übrigen Anlagen werden über Genossenschaften finanziert, an denen sich auch Mieter beteiligen können.

Mittlerweile besteht die Möglichkeit, auch Mieter direkt mit Solarstrom vom Gebäude zu versorgen. Solche Mieterstrommodelle lohnen sich im Augenblick meist nur bei größeren Wohneinheiten, sind jedoch ein sinnvoller Baustein für die Energiewende.

Die Befreiung der energieintensiven Industrie von der EEG-Umlage erhöht die Stromkosten. Den Preis dafür zahlen alle: Mieter, Hausbesitzer und Unternehmer.

Sind alle deutschen Solarfirmen pleite?

NEIN ...

Quelle: KACO new energy GmbH

Zwar sind in den vergangenen Jahren insbesondere die Hersteller von Photovoltaikmodulen massiv unter Druck geraten. Noch ist Deutschland aber in der Forschung, im Maschinenbau, bei der Projektentwicklung und der Herstellung von Komponenten spitze: Allein in Baden-Württemberg arbeiten in diesen Bereichen rund 4.520 Personen.

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