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Solarenergie ist Wahlkampfthema

Klimaneutrale Solarenergie wird weltweit immer beliebter, in Deutschland beträgt ihr Anteil an der täglichen Stromproduktion rund 15 Prozent an sonnigen Tagen und fünf Prozent im Jahresdurchschnitt. Nun wird Solarenergie sogar zum Thema im bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Drei Fragen dazu an Dr.- Ing. Jann Binder, renommierter Experte für Photovoltaik und Geschäftsführer der Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg.

Unsere künftige Energieversorgung ist auch Wahlkampfthema. Zu recht?

Natürlich, denn schließlich hängen alle Bürgerinnen und Bürger an der Steckdose und besonders die produzierende Industrie hier im Südwesten braucht für ihre Investitionsentscheidungen Planungsstabilität in Sachen Energieversorgung und Strompreis. Zwei Dinge sind wichtig zu verstehen: Die deutsche Politik hat beschlossen, die für die Energiewende nötigen Investitionen über eine Umlage auf unser aller Stromrechnung zu bezahlen. Wenn immer mehr Großbetriebe allerdings davon ausgenommen werden, wird diese Umlage von Kleinbetrieben, vom Mittelstand und von Privatleuten allein finanziert.

Die Berater der derzeitigen Bundesregierung von der Monopolkommission fordern die Abschaffung dieses Energieeinspeisegesetzes (EEG) und stattdessen einen definierten Anteil von regenerativen Energien am Strommix. Was bedeutet das?

Fakt ist, es gäbe nur sehr wenige Solaranlagen auf unseren Dächern, wenn es eine solche Quotenregelung schon länger geben würde. Die Solarenergie hat diese Förderung gebraucht, das hat uns heute günstige Solarmodule und in Deutschland einen Technologievorsprung gesichert, an dem wir immer noch weiter arbeiten. Viele Arbeitsplätze im Maschinenbau, dem Bau von Wechselrichtern oder in der Installation und Wartung von Photovoltaikanlagen wären nie entstanden. Hightech-Anlagen zur Produktion von Solarmodulen exportieren wir weltweit. Wenn die Politik nicht mehr hinter dieser Energieform steht, werden Forschung und Maschinenbau nicht Schritt halten können, viele Arbeitsplätze wegfallen und der aufgrund des weltweiten Energiehungers zu erwartende Boom in der Solarbranche am Pionierland Deutschland vorbeigehen.

Wie kann das Solar Cluster BW die Energiewende unterstützen, abseits des Wahlkampfes?

Bei vielen Technologien stehen wir am Anfang. Solarenergie bietet von allen Energieformen das größte Potenzial für günstigen Strom. Ich denke zum Beispiel an mit Farbdruckern hergestellten Solarzellen und flexible Solarzellen auf Stahlblech oder Folien. Diese Technologien bieten schon jetzt recht gute Wirkungsgrade und sind noch lange nicht ausgereizt. Sie bieten die Chance auf preiswerten lokal erzeugten Strom, der nicht über Riesenleitungen transportiert werden muss. Wenn wir wollen, dass uns die Welt in einigen Jahren um unsere Energieversorgung beneidet, müssen wir jetzt dran bleiben.

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