Logo

Die Energiewende sichert unseren Technologievorsprung in der Energiewirtschaft

Interview zum Thema Energiepolitik in den Koalitionsverhandlungen

Die Energiewende ist ein wichtiges Thema bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin. Drei Fragen dazu an Dr.-Ing. Jann Binder, Experte für Photovoltaiksysteme und Geschäftsführer der Branchenvereinigung Solar Cluster Baden-Württemberg.

Dr.-Ing Jann Binder, Geschäftsführer des Solar Clusters Baden-Württemberg

Was müssen die Parteien bei ihren Verhandlungen in Sachen Energiepolitik beachten?

Beim Thema Energiewende hin zu lokalen regenerativen Energiequellen ist Deutschland Weltspitze und unser Engagement bringt uns technologisch weiter voran. Das dürfen wir nicht aufs Spiel setzen, denn schließlich ist es wie im Maschinenbau oder im Automobilbau der Technologievorsprung, der unseren Wohlstand sichert. Nachhaltige Energieerzeugung und Energieeffizienz sind angesichts des globalen Energiebedarfs und der Ressourcenknappheit ein Wachstumsmarkt – heute und erst recht morgen. Deutschland muss die Energiewende daher zügig weiterführen. Es geht immerhin um fast 400.000 Arbeitsplätze, die in der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien entstanden sind.

Angeblich bedrohen steigende Strompreise und sogar großflächige Stromausfälle den Wirtschaftsstandort Deutschland, so die Kritiker der Energiewende. Was halten Sie davon?

EnBW als drittgrößter Energieversorger Deutschlands hat angekündigt, die Strompreise nicht zu erhöhen – trotz der gestiegenen EEG-Umlage von rund einem Cent. Warum? Weil der Strompreis an der Börse dank der erneuerbaren Energien gesunken ist in 2013. Wir stehen erst am Anfang des Wandels und schon jetzt machen sich die regenerativen Energieformen positiv bemerkbar. Die Strompreise für die Industrie sind, entgegen den Befürchtungen vieler Unternehmen, seit 2008 sogar gefallen! Es stimmt also nicht, dass die Energiewende die Volkswirtschaft belastet. Erneuerbare-Energien-Anlagen produzieren Strom ohne Brennstoffkosten. Langfristig führt die Energiewende daher zu stabilen Preisen, lokaler Wertschöpfung und vermiedenen Brennstoffkosten. Die Steuereinnahmen aus Windstrom zum Beispiel übersteigen schon heute die öffentlichen Ausgaben dafür um 2,5 Milliarden Euro. Einen großflächigen Stromausfall wird es nicht geben, wenn sich die Energiewirtschaft an die von der Bundesnetzagentur vorgegebene Regulierung hält.

Wo sehen die Mitgliedsunternehmen von Solar Cluster BW die Gefahren einer Verzögerung der Energiewende?

Industrie und Handwerk müssen auf einem lokalen Markt Ihre Produkte entwickeln und Erfahrungen damit sammeln, bevor sie in den Export gehen. Ohne kontinuierliche Verbesserung überholt uns die internationale Konkurrenz. Die Energiewende zu bremsen wäre für ausländische Kunden unserer Mitgliedsunternehmen daher das falsche Signal.

Download der Pressemitteilung als PDF