Logo

Deutschlands größte E-Tankstelle mitten in Schwaben

Ein Firmenparkhaus in Neckarsulm ist die derzeit größte Tankstelle für E-Autos in Deutschland. Goldbeck und Orange Solar, beide Mitglied im Solar Cluster, haben das Projekt realisiert.

Solarmodule auf dem Dach des Bechtle-Parkhauses erzeugen regenerativen Ladestrom. Foto: Phoenix Contact E-Mobility GmbH

Mit über 50 Ladestationen für E-Autos ist das Parkhaus in Neckarsulm eines der modernsten in Europa. Foto: Goldbeck GmbH

Das Mitarbeiterparkhaus der Bechtle AG in Neckarsulm bringt 420.000 Kilowattstunden Solarstrom an über 50 E-Ladepunkte und ist damit die größte Aufladestation für Elektroautos im gesamten Bundesgebiet. Mit neuster Gebäudetechnik, intelligentem Energiemanagement und einem dynamischen Parkleitsystem ist es zudem eines der modernsten in Europa.

Eine 750-kWp-Solarstromanlage auf dem Dach des Bechtle-Parkhauses erzeugt den Strom, der an die Ladepunkte weitergegeben oder im Gebäude verbraucht wird. Die Goldbeck GmbH, verantwortlich für den Bau des Objektes, hat die Ladesäulen in einem zentralen Technikraum und nicht wie üblich in den einzelnen Stationen untergebracht, um Platz zu sparen und die Wartung zu erleichtern. Auch auf die Sicherheit der Nutzer und des technisches Personals wurde Wert gelegt: Ist kein Fahrzeug angeschlossen, ist jeder Ladepunkt spannungsfrei.

Neben Goldbeck hat die Orange Solar GmbH mit der PV-Planung und Durchführung  an der Realisierung des Projekts mitgewirkt. „Herausfordernd war bei diesem Projekt vor allem, dass eine bestehende PV-Anlage integriert werden musste, die bereits einige Jahre alt war. Insgesamt entstand so ein Kraftwerk von rund 1,35 MWp“, erläutert Daniel Brandl, Geschäftsführer von Orange Solar. „Für meinen Geschmack wird zurzeit zu wenig über die Energiewende gesprochen. Dieses Projekt leistet einen Beitrag zum emissionsfreien Fahren in Deutschland.“ Denn regenerativ erzeugter Strom sei die Voraussetzung dafür, dass E-Autos tatsächlich emissionsfrei fahren.

Intelligentes Energiemanagement

Wird mehr Solarstrom erzeugt als verbraucht, fließen die Überschüsse in das öffentliche Netz, das zudem die Stromversorgung übernimmt, wenn die Sonne nicht scheint. Mithilfe eines Energiemanagement-Systems lässt sich genau steuern, ob selbst erzeugte regenerative Strom verbraucht oder Strom aus dem öffentlichen Netz zugekauft wird. Das Energiemanagement hilft zudem dabei, Strom gezielt zu leiten. Beispielsweise können Nutzer Ladepunkte unterschiedlich priorisieren. Das hilft etwa dann, wenn ein Mitarbeiter vor einer längeren Fahrt nur einen kurzen Zwischenstopp einlegt. Die durchschnittliche Standdauer der Autos reicht aus, um diese mit jeweils 22 kW wieder voll aufzuladen.

Dynamisches Parkleitsystem für 1574 Stellplätze

Zusätzlich implementiert wurde ein dynamisches Parkleitsystem, das sowohl die freien Plätze an den E-Ladesäulen als auch alle anderen Stellplätze findet und anzeigt. Das System leitet Autofahrer direkt zu einem belegbaren Park- oder Ladeplatz. Zwei große Displays zeigen im Außenbereich die verfügbaren Stellplätze und Ladepunkte an. Im Innenbereich informieren numerische Anzeigen an allen Kreuzungspunkten über freie Plätze auf den einzelnen Parkdecks.