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Der Aufschwung und die Wahl

Wie die globale Durchschnittstemperatur eilt auch die Photovoltaik von Rekord zu Rekord. Nachdem jüngst die aktuellen Zubauzahlen aus China bekannt wurden, ...

Bundestagswahl 2017 (Fotolia / Ingo Bartussek)

– zwischen Januar und Juli 2017 wurden im Reich der Mitte PV-Anlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 35 GWp installiert – haben die Marktforscher von IHS Markit ihre weltweite Prognose für 2017 auf nunmehr 90 GWp angehoben. Und China ist nicht der einzige boomende Markt. Auch in Indien spielt die Photovoltaik eine immer größere Rolle und wird maßgeblich zur Energieversorgung des Subkontinents beitragen, wie eine aktuelle Studie der IRENA zeigt. In beiden Ländern spielt der politische Wille eine zentrale Rolle für den Ausbau. Immer stärker wächst aber auch der Druck aus der Bevölkerung, etwas gegen die teils massiven Umweltschäden der fossilen Kraftwerke zu unternehmen.

Marktverdopplung auf niedrigem Niveau

Auch hierzulande scheint sich langsam wieder etwas zu tun, allerdings auf einem nach wie vor erschreckend niedrigen Niveau. Es ist schon merkwürdig, dass ein Zubau von 200 MWp pro Monat mittlerweile eine glatte Verdoppelung des Marktes darstellt. Damit werden möglicherweise sogar die Ziele der Bundesregierung erreicht, aber für einen wirksamen Klimaschutz und die Umsetzung der Pariser Beschlüsse wären weitaus größere Anstrengungen nötig. Vielleicht wird sich die Lage ja nach der Bundestagswahl am 24. September verbessern? Die Zeitschrift Photon gibt sich in ihrer August-Ausgabe nicht sonderlich optimistisch. Und auch die sehr lesenswerten Wahlprüfsteine von Eurosolar zeichnen ein eher düsteres Bild der kommenden Legislaturperiode. Aber ich will auch nicht allzu pessimistisch sein. Die erneuerbaren Energien werden sich schon allein aus ökonomischen Gründen weit schneller durchsetzen, als die Politik sich das vorstellen kann. Dass dies zunächst in Ländern mit wachsendem Strombedarf geschieht, ist wenig überraschend. Denn sobald sich die Frage stellt, ob in eine neue fossile Erzeugungsanlage oder in Sonne und Wind investiert werden soll, liegt der Vorteil fast immer auf Seiten der Erneuerbaren. Länger dauert es nur, wenn – wie das beispielsweise in Deutschland geschieht – bestehende, längst abgeschriebene Kraftwerke verdrängt werden.

Nationale CO2-Abgabe

In unserer letzten Pressemitteilung haben wir einen verursachergerechten Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid gefordert. Da der europäische Emissionshandel aufgrund der niedrigen Preise für die Verschmutzungsrechte sowie deren großzügige und kostenlose Zuteilung an die Industrie leider keine Steuerungswirkung entfaltet, sind nationale Maßnahmen unumgänglich. Denn damit hätten die Regierungen ein einfaches, aber sehr mächtiges Instrument, um Energieeffizienz und CO2-neutrale Energien anzureizen. Zahlreiche Länder und Regionen haben das Potenzial eines CO2-Preises bereits erkannt. Es ist zu hoffen, dass sich die neue Bundesregierung in diese Richtung bewegt. Denn der CO2-Ausstoß der Bundesrepublik bewegt sich trotz der steigenden Anteile der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung seit 2009 auf gleichbleibend hohem Niveau. Höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.